Samstag, 20. April 2013


Garrelt Duin (SPD)

(Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen)
Kommen ein Schwuler, eine Ossi, ein Rolli-Fahrer und ein Vietnamese in eine Kneipe.
Fragt der Wirt: "Was seid ihr denn für eine drollige Truppe?"
"Die Bundesregierung!"

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/deutschland/06abu1e_p4-lieblingswitze-politiker#.A1000146

Dienstag, 25. September 2012

Seid euch bewußt, wen ihr wählt!

Manchmal, aber leider immer öfter kriege ich Angst. Angst vor der Unwissenheit der Politiker. Und zwar ganz genau der Politiker, die gewählt wurden (von wem auch immer) und die damit die Legitimation erhielten, über Gesetze, Verordnungen und "Richtlinien" zu entscheiden. Getreu dem Motto: "Denn sie wissen nicht, was sie tun!" wird da künftig einiges an verschärften Überwachungsmaßnahmen auf uns zu kommen. Dagegen erscheint nicht nur mir die Horror-Zukunftsvision aus "1984" als harmlose Kinderspielplatzvariante.
Nicht dass ich falsch verstanden werde: Maßnahmen gegen Terror (was Terror ist, müsste noch genau definiert werden) sind prinzipiell in Ordnung. Wenn aber unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung der "normale" und auch der nur vermutete Kriminelle überwacht, kontrolliert und verfolgt wird - ja dann haben wir ein Problem. Und da genau dies nun bereits schon die tatsächliche Situation ist, HABEN wir bereits ein Problem. Es ist nur noch nicht allen bewußt. Vergleichbar dem Herpes. Dieser wird einem auch erst bewußt, wenn er ausbricht. Obwohl er schon immer da war...

Aber lest selbst:
(Zitat von Chip.de; 26.09.2012; 08.30 Uhr; Link zum kompletten Originaltext: http://www.chip.de/news/Clean-IT-Die-EU-will-den-totalen-ueberwachungsstaat_57686996.html?google_editors_picks=true)

Die Rede ist vom Clean IT Project. Das wird von der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström finanziert und soll abseits bestehender Gesetze "Richtlinien oder Gentlemen's Agreements" zwischen Regierungen und der Internet-Wirtschaft erarbeiten.
...
Kampf gegen den Terror ist nur der Anfang

Bereits die Vergangenheit hat gezeigt, dass schon manches Projekt mit dem Totschlag-Argument "Terror" auf den Weg gebracht wurde und hinterher für alles Mögliche, nur nicht für den Kampf gegen den Terror verwendet wurde. So wird beispielsweise immer wieder argumentiert, dass die Telekommunikationsüberwachung gebraucht werde, um den Terrorismus effektiv zu bekämpfen. Tatsächlich aber wurden im Jahr 2011 mehr als 21.000 Telefonanschlüsse, Handys und Internetanschlüsse überwacht, aber lediglich 54 davon wegen des Verdachts terroristischer Aktivitäten (Quelle). Deutlich häufiger ging es um Verbrechen wie Mord und Totschlag, Bandenkriminalität und Raub oder Erpressung (insgesamt gut 3.300 Abhöraktionen). Die überwiegende Mehrzahl aller Abhöraktionen galt jedoch Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (mehr als 6.500 Fälle) und auch gegen mutmaßliche Steuersünder (ca. 1.000) und selbst gegen Personen, die eventuell die öffentliche Ordnung gestört haben (344) wurde der große Lauschangriff viel häufiger gestartet, als gegen vermeintliche oder echte Terroristen.
(Zitat Ende)

Besonders der letzte Absatz ist der interessante zum bereits geltenden Telekommunikationsgesetz: 1344 Verdachtsfällen gegen mutmaßliche Steuersünder und
Personen, die die "öffentliche Ordnung gestört" haben sollen, stehen 54 Verdachtsfälle wegen terroristischer Aktivitäten gegenüber...!  Noch Fragen?

PS: Verstöße gegen die öffentliche Ordnung sind übrigens unter anderem: (Quelle)
  • "unzulässiger" Lärm
  • Belästigung der Allgemeinheit
  • Halten gefährlicher Tiere (Echsen und Schlagen fallen auch darunter)
  • Vollrausch
  • etc etc
Alles nicht schön. Aber deswegen totale Überwachung im Netz?


Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ich wußte, ich mag Blasmusik!

Schaltet das Video auf Vollformat, haltet durch bis zur Sekunde 45 und dann viel Spaß!

Samstag, 1. Oktober 2011

Schwesterherz, ich ruf Dich bald mal wieder an!

Gestern wars. Auf Grund des doch sehr schönen Spätsommertages (obwohl es ja schon fast Oktober ist) hatte ich mich spontan durchgerungen, meinen Schatz zum Essen auszuführen. Und so fanden wir uns am frühen Abend im Country House wieder. Einen Tisch hatten wir reserviert, das Restaurant war zum Zeitpunkt unseres Eintreffens noch nicht sehr voll. Der Ober brachte uns die Karte und wir suchten uns jeder etwas leckeres aus. Das Fläschchen Wein war in Erinnerung an unseren Toscanaurlaub vor wenigen Monaten natürlich ein Chianti Classico... Ja, so kann eine Woche ausklingen. So lässt man es sich gut gehen.
Da wie gesagt das Restaurant noch relativ leer war (was sich nur eine Stunde später ändern sollte) kamen wir nicht umhin, Textfetzen von Gesprächen der um uns herum sitzenden anderen Gäste wahr zu nehmen. Das passiert ab und an und ist ja irgendwie auch normal. Als Tanja und ich noch auf unser Essen warteten und mit dem Chianti und einem tiefen Blick in die Augen des jeweilig anderen anstoßen wollten, passierte es: Am Nachbartisch fielen die Worte, die uns kurz inne halten und nachdenklich werden lassen sollten. Wir hatten keine Ahnung, worum sich der Hauptinhalt des Gespräches drehte (und sollten es auch später nicht wirklich heraus bekommen). Doch folgender Satz führte dann doch zu spontanem Kopfdrehen und Inaugenscheinnahme der am Nachbartisch sitzenden Personen: "Dabei hatte er gerade erst 15 Millionen von seiner Schwester geschenkt bekommen..." Irgendwie ging es dann im weiteren Gespräch noch um Urlaub, Kreuzfahrten, das erste mal in der Antarktis und so. Doch das alles war uns nicht mehr wichtig. Der erste Satz alleine hatte uns sehr sehr neugierig werden lassen. Die Person, die da 15 Millionen geschenkt bekommen hatte, schien irgendwie sehr gut bekannt mit der berichtenden Dame zu sein, vielleicht ja sogar verwandt. Das Gesagte klang sehr authentisch und überzeugend. Die Herrschaften waren mittleren Alters und machten einen seriösen Eindruck und nicht den Anschein, als wollten sie sich gegenseitig Lügengeschichten erzählen. Damit stand also fest: Am Nachbartisch kannte eine Dame einen Herrn, der von seiner Schwester 15 Millionen geschenkt bekommen hatte. In meinem Kopf begann es zu rumoren und zu rechnen. Es war anzunehmen, dass es "der Schwester" finanziell sagen wir mal "etwas besser" geht. Doch wie gut muss es jemandem gehen, damit dieser Geld verschenkt? So mal schon ganz grundsätzlich überlegt. Also ich käme ja eventuell und von der Situation abhängig vielleicht auch schon mal auf die Idee, meiner Schwester Geld zu schenken. Wenn Sie es dringend bräuchte und ich "genügend" davon hätte. Doch der Schenkungsvorgang von "15 Millionen" machte mir nicht den Eindruck, dringende Not zu lindern. Es schien mir eher ein Vorgang zu sein, der für die Optimierung von steuerlichen Gegebenheiten geeignet zu sein scheint. Dann also hatte die Schwester die 15 Millionen so richtig über. Wenn ich mir jetzt mal hoch rechne, wie viel ich selbst so im Jahr verdiene, dann bräuchte ich schon einige Jährchen, um 15 Millionen Gehalt verdient zu haben. Etwas mehr als 100 Jahre etwa. Nein, stimmt nicht. Damit die netto nach Steuern übrig sind, brächte ich etwa 230 Jahre. Dann dürfte ich aber auch nicht einen einzigen Cent von meinem Gehalt ausgeben. Würde ich also wahrscheinlich verhungern zwischendurch. Aber dann hätte ich zwar 15 Millionen, käme aber bestimmt nicht auf die Idee, diese zu verschenken. An wen auch immer. Auf die Idee 15 Millionen zu verschenken, käme ich ja nur, wenn dieses Geschenk mein eigentliches Vermögen nicht wirklich mindert. Also so ab 50 Millionen vielleicht. Wahrscheinlich aber sogar erst bei 100 Millionen.
Doch vielleicht tickt MEINE Schwester ja anders. Und verschenkt auch schon Geld, obwohl sie noch nicht ganz 100 Millionen vor der Steuer retten muss. Und dann habe ich darüber nachgedacht, wann ich denn das letzte mal mit meiner Schwester telefoniert hatte. Ich war mir auf der Stelle sicher, dass es schon viel zu lange her war. Sofort fasste ich den Entschluss, dieses Telefonat balldest möglich nachzuholen. Vielleicht ja sogar noch heute... Schwesterherz, ich ruf Dich bald mal wieder an!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Deine Unsicherheit ist nicht mein Problem oder sind wir nicht alle ein bißchen Aspie?

Der folgende Beitrag gefällt mir überdurchschnittlich, wurde von mir deshalb hierher verlinkt und ungekürzt von der Heise-Telepolis-Seite übernommen. Das Copyright Artikels liegt bei Ayleen Saskia Habersfeld.

Du liebst mich nicht
Klappern gehört zum Handwerk und Lügen zum sozialen Miteinander, gerade auch in Beziehungen. Ehrlichkeit um jeden Preis wird zu schnell als unsensibel, verächtlich oder brutal empfunden und ist insofern vielfach unerwünscht. Viele Menschen sind, ich nehme mich da nicht aus, unsicher und fragen die eine Sache, wollen aber in Wirklichkeit Antworten auf eine andere. Wie in den Sketchen von Loriot reicht dann schon die Feststellung, dass das morgendliche Frühstücksei hart ist um von "dir kann man es nie recht machen" über "mit meinem Gefühl stimmt was nicht" hin zu "ich racker mich für dich ab und du kannst nur meckern" zu kommen. Das Ende vom Lied ist, dass mancher ein zu hartes Ei runterwürgt weil er auf solche Endlosdiskussionen keine Lust hat. So werden Beziehungen oft zu einer tagtäglichen ritualisierten Form des Spielchenspielens, bei denen die unsicheren Menschen die anderen eben durch diese Tricks manipulieren.

Wer sich eine solche Beziehung wünscht oder einen manipulierbaren Partner möchte, der sollte um Menschen mit Asperger Syndrom einen großen Bogen machen. Das ist meistens nicht schwer, da sich Aspies nur ungern in Menschenmengen aufhalten oder in Discos, Bars oder Kneipen zu finden sind. Wenn, dann sitzen sie eher mit anderen Aspies zusammen oder für sich allein, mit anderen Kontakt aufzunehmen ist ihnen fremd. Hat man dann dennoch das Zusammenleben mit einem Aspie gewählt, dann wird schnell klar, dass dies eine große Herausforderung ist und, lapidar ausgedrückt, nichts für "Weicheier". Ich lebe mit einem.
Viele verstehen Aspies als eine Art Technikfachidioten, der zu keinerlei Beziehungen fähig ist, als den liebenswerten pizzaessenden Geek oder aber den stets trottelig agierenden Menschen, für den man sich in Gesellschaft schämt weil er sich so ähnlich wie "Al Bundy" benimmt. Den Aspie gibt es allerdings nicht, nur Menschen mit Asperger-Syndrom verschiedenster Ausprägung. Daher kann ich nicht für alle Partner der Aspies sprechen und will dies auch gar nicht. Aber neben all den Seiten über Aspies fiel mir auf, dass es wenig Seiten von Partnern gibt, die von ihrer Seite des Lebens berichten.

Lügen – rein ökonomisch gesehen
Marko sagt von sich selbst, dass er ein "Aspie" ist, für ihn auch kein Problem – er tickt eben anders als andere. Insofern ist er auch ziemlich illusionslos, was seine Chancen bei Frauen angeht – die meisten wollen die diversen Spielchen spielen und dafür ist Marko gänzlich ungeeignet, außerdem trinkt er kaum etwas, ist in Kneipen eher schweigsam, Discos etc. liegen ihm ebenso wenig wie teure Restaurants, dafür ist er ein Film- und Bücherfreund und sein Wissen im Bereich Geschichte und Mathematik ist immens. Die Chancen, jemanden kennenzulernen sind also begrenzt und sollte es dennoch vorkommen, so kommen eben die Spielchen dazu.
Für ihn sind viele dieser Spielchen nur eine Form des Lügens und Lügen ist Marko schlichtweg zu umständlich. Er betrachtet das vom ökonomischen Standpunkt aus: Wer lügt, muss sich stets merken, wem er was warum erzählt hat und dazu bedarf es viel Zeit, Gedächtnisleistung und Mühe. Schon am Anfang unserer Beziehung sagte Marko schlicht und ergreifend "Ich lüge nicht, ist mir zu umständlich." Was das für mich bedeutet? Dass die kleinen alltäglichen Lügen aus dem Leben herausfallen und ich manchmal ein ziemlich hartes Fell haben muss, um damit umzugehen. Bevor ich damit konfrontiert wurde, war mir nicht klar, wie unsicher ich auf manche Dinge reagiere – das Leben mit Marko legt diese Unsicherheit gnadenlos offen.
Es sind kleine Dinge, bei denen mir bewusst wird, wie oft die von vielen gerne propagierte Ehrlichkeit in Beziehungen letztendlich durch Manieren, Höflichkeit oder auch schlichtweg die Sorge vor der daraus resultierender Diskussion umgangen wird. Kochen ist ein typisches Beispiel – Markos und meine Rezeptvorlieben unterscheiden sich stark, auf der einen Seite ein Faible für einfache Hausmannskost, auf der anderen die Vorliebe für asiatisches Essen (nicht das euro-asiatische, das man überall beim "Chinesen" bekommt) und ähnliches. Für Marko zu kochen wird meist auf Grund mangelnder Erfahrung zum Desaster und wenn er auch sieht, dass ich mich bemühe, so lässt er eben Versalzenes schlicht und ergreifend liegen und kommentiert es mit einem "Zu salzig".
Er fängt nicht an, vorher etliche Worte darüber zu verlieren, dass er sich darüber freut, dass ich gekocht habe, dass ich das nicht persönlich nehmen soll, was er über das Essen sagt und so weiter, er kommentiert schlichtweg nur eine Tatsache. Doch die ersten Male saß ich dort, den Tränen nahe und merkte, dass ich es eben persönlich nahm. Warum eigentlich? ich merkte selbst, dass das Fleisch zu salzig war, aber ich nahm es als persönliches Versagen wahr, dass das Essen nicht so geworden war wie ich es hoffte. Etwas, was noch öfter vorkommen würde.
Dies ist nur ein kleiner Aspekt des Ganzen – egal ob er keine Lust hat wegzugehen, zu müde zum Kuscheln oder Fernsehen ist, gerade einmal keinen Fisch essen möchte, auch wenn ich dafür lange in der Küche stand ... Ausreden sind ihm zu mühsam. Und Manipulationen greifen bei Marko ins Leere – das geschmollte "aber ich hab mich so darauf gefreut" hat ebenso wenig Wirkung wie ein "aber wir waren schon so lange nicht mehr weg", "kannst du mir nicht diesen Gefallen tun" . Spielchen wie "du liebst mich nicht mehr" kann ich mir gleich ersparen, denn sie verursachen bei Marko höchstens Verwirrung oder Analysen, die dann erneut meine Unsicherheit bloßlegen.
Im eigenen Interesse verabschiedete ich mich von diesen in früheren Zeiten als ganz normal angesehen Verhaltensweisen. Sich einzugestehen, dass ich diese Spielchen, die ich selbst nicht mochte, in manchen Fällen selbst spielte, tat weh, war aber heilsam. So manches Mal habe ich nachts geweint und kam mir dann selbst dumm vor – warum war es so schmerzhaft zu sehen, dass Marko trotz all meiner Becircungsversuche mit mir kein Bier trinken wollte, sondern bei seiner Cola geblieben war? Letztendlich deshalb weil ich innerhalb der Beziehung auch manches als Machtprobe sah, als Beweis dafür, dass ich Marko "in der Hand hatte", dass er mich deshalb auch nicht im Stich lassen würde, ich ihn kontrollieren wollte. Kein schöner Zug und noch unschöner war es, sich das einzugestehen. Warum dieser Kontrollwunsch? Letztendlich nur deshalb weil ich fürchtete, ihn sonst zu verlieren. Unsicherheit und Angst pur, aber wer gibt das schon gerne zu? Das Zusammensein mit Marko entwickelte sich insofern zur Gratistherapie.

Immer meckerst du
Es fiel mir vorher gar nicht auf, wie oft ich bei der Bewertung eines Einzelfalls Worte wie "immer, dauernd, nie, jemals..." verwendet habe. "Nie hörst du mir zu", "Immer muss ich was sagen" Bei Marko kann ich mir das schenken, es heißt, beim Einzelfall zu bleiben. "Du hörst mir momentan nicht zu, das kränkt mich." - so einfach kann es sein, wenn man aus den eingefahrenen Pfaden heraustritt. Aber auch das war nicht einfach, ganz im Gegenteil, da ich mich selbst offenbaren musste, statt wie üblich zu versuchen, dem anderen die "Schuld" zuzuschieben.

Binäres Denken oder "ja, du siehst zerrupft aus"
Dass Technik und Computer im besonderen für Marko so anziehend sind, ist einfach zu erklären. Beim Computer gibt es ein Ja oder ein Nein, Nuancen sind dort nicht vorhanden, anders aber zeigt sich das Leben. Begriffe wie "etwas", "ein wenig", "sehr" oder "ein bischen" kommen bei Marko selten vor. Er ist entweder traurig oder nicht traurig, müde oder nicht, hat gute Laune oder keine gute Laune. Auch da prallten Welten aufeinander. Das kokett gefragte "ich seh heute zerrupft aus, oder?", in der Hoffnung, die Antwort würde ein charmantes "Ein wenig, aber ich finde dich immer noch toll und liebe dich sehr" oder gar eine Umarmung sein, führte zu einem lapidaren "Ja." Wer fragt, sollte vorher überlegen, ob er tatsächlich eine ehrliche Antwort will.

Ich erspare es mir mittlerweile, an zerrupften Tagen zu fragen. Es heißt, entweder die Eitelkeit abzulegen oder aber nicht mehr zerrupft auszusehen. Meine Entscheidung. Was das aber für jemanden heißen würde, der sowieso Probleme mit sich und seinem Aussehen hat, ist leicht vorstellbar. Die beliebte Frage "Schatz, bin ich dick?" könnte so manches mittelschwere Drama mit sich bringen, wenn ein "Ja" die Antwort wäre, das nicht mit diversen Entschuldigungen und Liebesbezeugungen einhergeht. Ich fühlte mich an manchen Tagen quasi verbal geschlagen - nur weil die Antwort auf eine Frage nicht so lautete, wie ich wollte. Wieder die verdammte Unsicherheit.
Marko sind Äußerlichkeiten weitgehend egal. Das heißt nicht, dass er nicht registriert, wenn ich beispielsweise geschminkt bin oder neue Ohrringe trage, er wird dies auch kommentieren, aber wenn ich Flecken auf der Bluse oder dem Kleid habe, sollte ich eher selbst nachschauen. "Sehe ich gut aus?" wird mit einem ehrlich gemeinten "Ja" goutiert, für ihn sehe ich eben immer gut aus. Aber ob die Unterwäsche hervorblitzt oder das Kleid im allgemeinen zu durchsichtig ist, wird nicht zuletzt deshalb, weil es nicht angefragt wurde, auch nicht an- und bemerkt. Noch dazu ist es für ihn schlichtweg nicht so interessant, insofern fällt es ihm nicht auf oder er meint, es wäre zu unwichtig, es zu kommentieren. Die Fragen, die ich Marko stelle, sollten daher auch möglichst präzise sein. "Wir könnten ja mal wieder was trinken gehen." bringt mich nicht weiter, "Lass uns doch heute Abend um 8 Uhr was trinken gehen" dagegen schon.

Schatz, du solltest duschen
Glücklicherweise kann ich daher auch ebenso ehrlich sein, was Marko angeht. Der Vorteil ist dabei auch, dass Marko nichts übel nimmt. Nachtragend sein ist einfach nichts, was die Zeit wert ist. Und Marko ist, obwohl in vielerlei Hinsicht alles andere als selbstsicher, in Bezug auf Kritik gegen das, was viele als "tiefe Wunde durch Kritik" nennen, resistent. Kritik wird von ihm angenommen, durchdacht und gegebenenfalls das Verhalten geändert, das ewig lange Verletztsein aber ist ihm fremd. Nur sollte die Kritik nicht allzu subtil sein. Anfangs versuchte ich noch, manches eher anzudeuten, auch um Marko nicht zu verletzen. "Na ja, also ich finde schon, dass Männer sich eben auch um ihre Ohren kümmern sollten ... die Haare dort ... eben ..." Das ist verlorene Liebesmüh. "Schatz, Deine Ohrenhaare stören mich etwas." war da weitaus wirksamer. Nur war ich so daran gewöhnt, alles zu umschreiben, anzudeuten oder mir Sorgen darüber zu machen, was in welcher Hinsicht nun für wen verletzend sein könnte, dass dies quasi ein Paradigmenwechsel war.

Fünf Stunden Rant über Atomkraftsicherheit, 2 Minuten Mitgefühl
Gefühle sind für Marko ebenso binär. Traurig/nicht traurig, schön/nicht schön, Liebe/keine Liebe – alles ist einfach eingeordnet und da ihm die Feinheiten und Nuancen fremd sind, ist die Antwort auf Trauer oft nur ein kurzes "Tut mir leid". Ich will in den Arm genommen werden? Tja, dann sollte ich ihm das sagen. Viele erwarten aber diese Art Gedankenlesen beim Partner - "du musst doch gemerkt haben, dass ich in den Arm genommen werden wollte". Das "instinktive Fühlen, was der andere will oder erwartet" führt in vielen Beziehungen zu Problemen und stellt für Menschen wie Marko ein Problem dar. "Warum sagst Du denn nicht, dass ich Dich in den Arm nehmen soll?" wäre letztendlich seine Gegenfrage, wenn ich mich darüber beschwerte, dass er dies nicht bemerkt hat.

Wenn es um Gefühle geht, besitzt Marko quasi einen Minireiseführer, bei anderen Themen hat er hundert Bände – so kann man es erklären. Es gibt 3-4 Formulierungen, die er immer wieder als Zeichen für sein Mitgefühl nutzt, ebenso 3-4 Formulierungen dafür, dass es ihm schlecht geht, 3-4 Formulierungen dafür, dass er mich liebt. Romantische Liebeserklärungen voller Kreativität und blumiger Sprache erhoffe ich mir nicht mehr, dafür weiß ich, dass ein "ich liebe dich" auch ernst gemeint ist, denn wäre es nicht so, würde es mir Marko sofort sagen. Unverblümt.
Dabei ist Marko keineswegs wortkarg. Im Gegenteil, er kann stundenlang über seine Fachgebiete, gerne Bücher oder Computer, fachsimpeln, kennt alle Figuren der Lieblingsbücher auswendig, alle Zitate, kann unendlich viele weitere Informationen zu Herkunft, Idee usw. der Figuren liefern. Falsche "Fakten" in Filmen bemerkt er sofort und erläutert, wieso sie falsch sind, auch wenn dabei der Film untergeht. Der Satz "Schatz, es ist ein Film, er ist nicht immer logisch oder von den Fakten her korrekt" ist Standard bei uns.
Dabei bemerkt Marko auch in Filmen, in denen die Logik sowieso über Bord geworfen wird, Ungereimtheiten. Auch innerhalb der Unlogik muss eine Logik herrschen und wenn nicht, dann wird Marko nicht müde, die Ungereimtheiten zu erläutern. Dabei wiederholt er oft wieder und wieder Ereignisse, Zitate aus Büchern oder persönlich Erlebtes in einer Endlosschleife, hier hilft dann nur ein freundliches aber bestimmtes "Schatz, das hast Du mir schon erzählt." Denn Marko bemerkt oft nicht, wenn das Gegenüber schon fast einnickt vor Langeweile. Hier hilft kein dezentes Gähnen, kein subtiles "aus dem Fenster starren", hier hilft nur "Können wir das Thema wechseln? Das reicht jetzt erstmal, okay?" Auch hier hilft es wieder, dass Marko nicht beleidigt ist, wenn man sich so direkt ausdrückt. Er ist eher dankbar, denn oft weiß er einfach nicht, was von ihm erwartet wird.
Das Leben mit Marko ist nicht einfach und für mich war es schwer, meine eigenen Unsicherheiten, die sich hinter den diversen Beziehungsspielchen steckten, zu erkennen und gegen sie anzugehen. Dafür kann ich mir aber sicher sein, dass ein "du bist für mich die tollste Frau auf der Welt" von Marko niemals geheuchelt sein wird. Ein "ich habe gerade keine Lust auf Kuscheln" allerdings auch nicht. Ich kann mir kein schöneres Leben vorstellen, aber ich glaube, für viele wäre es die Hölle schlechthin.

Donnerstag, 10. März 2011

Gerechtigkeit ist ein Grundrecht aller Menschen!

"Wenn die Menschen wüßten, dass ihnen im nächsten Leben genau das fehlt, was sie anderen in diesem Leben weg nehmen, ...dann wäre Gerechtigkeit kein Thema mehr!" (Rena Lessner)

Wie wahr!

(Bildquelle: http://grusskarten.coart.de/i/c/3_grusskarte_gerechtigkeit.jpg )
Mit freundlicher Genehmigung oder auch nicht  :-)

Montag, 28. Februar 2011

... warum der Beamomat niemals erfunden werden darf!

Na klar - zuerst die Antwort auf die Frage: "Was, bitte schön, ist denn ein Beamomat?
Nun, wie der Name richtig vermuten lässt - ein Beamomat ist ein Gerät, mit dem was auch immer wohin auch immer gebeamt werden kann.
Also so von jetzt auf gleich. Alles. Überall hin. Ein Steak aus Argentinien direkt in meine Küche. Ich nach Australien. Die Schwiegermutter direkt in das Wohnzimmer. Äh - Nein. Eben nicht. Das ist nämlich eine der Gefahren, vor denen hier gewarnt werden soll....

Also die Idee mit dem Beamen ist so neu gar nicht. Jeder kennt den technischen Vorgang des Menschen irgendwohin beamens ja von Enterprise. Es geht um Teleportation einer Sache von einem Ort zu einem anderen, ohne dass die Sache den physikalischen Raum zwischen den beiden Orten durchqueren muss (Geile Definition, finde ich).

 Der Kultfilm "Die Fliege" beschäftigte sich 1954 schon mit der Idee der Umwandlung eines Körpers in Energie und deren Rückwandlung. Klappte nicht 100%-ig, wie man weiß. Nun ja, beschrieben hat den Vorgang der Teleportation der amerikanische Autor Charles Hoy Ford bereits 1931. Doch schon im 19. Jahrhundert haben sich vorher schon andere Autoren mit der Auflösung eines Körpers in Energie, dem Versenden dieser Energie und der anschließenden Rückverwandlung der Energie in die Originalform beschäftigt. Sensationell eigentlich, dass es dann immerhin noch bis 1997 dauerte, bis zumindest physikalische Information teleportiert werden konnte (Quantenverschränkung und so...).

Egal. Eines meiner Lieblingszitate von mir selbst lautet: "Alles was der Mensch denken kann, wird der Mensch eines Tages umsetzen. Alles!" Es ist also nur eine Frage der Technologie und der Zeit, bis der Beamomat Wirklichkeit werden könnte. Es gibt jedoch einige Erfindungen, die zu Recht in den Tressoren der Mächtigen dieser Welt verrotten, weil irgend jemand die Patente aufgekauft und weggeschlossen hat. Aus gutem Grund. Entweder weil durch die Erfindung ein ganzer Wirtschaftszweig gefährdet wird, oder weil die Erfindung gar das gesamte menschliche Zusammenleben neu definieren würde (z.B. kostenlose Energie aus dem Vakuum für jeden und im Überfluss).
Ähnlich verhält es sich mit dem Beamomaten. Warum? Da gibt es gleich mehrere Gründe. Als erstes die bereits oben erwähnte Schwiegermutter. Man stelle sich einmal vor, schwups und schon ist sie da. Nee, also wirklich nicht. Ich habe nichts gegen Schwiegermütter. Auch nicht gegen die zukünftig eigene. Aber eben auch, weil sie eben nicht mir nichts dir nichts unangemeldet im Wohnzimmer steht. Desweiteren muss man auch mal konsequent bedenken, was passiert, wenn jeder jederzeit von überall nach überall hin teleportieren könnte. Also einmal sich selbst, aber auch Dinge. Wie Müll zum Beispiel. Oder Möbel. Oder Autos. Wobei - Autos? Wozu benötigt man denn da noch Autos? Oder Fahrräder? Oder Motorräder? Oder Schiffe? Oder Züge? Oder Flugzeuge? Oder Straßen? Oder Schienen und Bahnhöfe? Oder Flughäfen? Oder Containerterminals? Oder Lastwagen? Schließlich kann man ja alles und sofort überall hinbeamen. Und zurück. Ohne Autos, LKWs, Flugzeuge, Schiffe und Container. Man benötigt dann keine Autoindustrie mehr. Und keine Werften. Und keinen Flugzeugbau. Auch der Straßenbau fällt weg (freuen sich immerhin die Grünen). Wenn man keinen Stahl mehr für Flugzeuge, Schiffe, Panzer (braucht man ja auch nicht mehr - man "beamt" die Granaten zum Feind), für Autos, Bahnhöfe, für Schienen und so weiter mehr braucht, braucht man auch 90% weniger Bergbau. Und man benötigt keine Ferienhotelanlagen (Bettenburgen).

Und eigentlich überhaupt keine Hotels. Alle "Urlauber" könnten sich ja sofort nach dem Strandbesuch direkt wieder nach Hause ins Kuschelbett beamen. Und morgends wieder an irgend einen anderen Strand, in der Karibik vielleicht. Und die Geschäftsleute auch. Also zum Meeting hin und abends zurück. Und die Chinesen auch. Also baucht man überhaupt gar keine Hotels mehr. Und auch Erdölplattformen braucht man nicht mehr. Mal abgesehen davon, dass die Autos, Schiffe und Flugzeuge alle keinen Sprit mehr brauchen, weil es ja keine Autos, Schiffe und Flugzeuge mehr gibt, kann man das Öl auch direkt aus dem Erdinneren in die Chemiefabriken beamen. Keine langen Pipelines mehr nötig! Wenn man hier mal die Anzahl der verloren gegangenen Arbeitsplätze zählt - man kommt auf gut und gerne 50% der arbeitenden Bevölkerung! Aber damit nicht genug: Die Schönheitschirurgie fällt auch zum großen Teil einfach weg. Wieso? Na bisher verdienen die "Chirurgen" einen guten Teil ihres Geldes durch Fettabsaugungen etc. Das wird beim Beamomat nur eine klitzekleine Zusatzfunktion sein. "Beim Beamen von A nach B bitte einfach den Bereich um  den dicken Bauch herum nicht wieder materialisieren". Kostet natürlich etwas Aufpreis. Aber dafür hat man auch keine Operationsschmerzen. Und den Rest Bauchfett beamt man dann direkt in den Erdkern oder so...

Aber es kommt noch besser: Würde der Beamomat TÜV und eine Straßenzulassung bekommen (also Wirklichkeit für jeden werden), könnte jeder von sich ein "Backup" hinterlegen. Eine Sicherheitskopie. Beim Beamen wird man ja in kleine Energiepartikel zerlegt, ein Supercomputer merkt sich die richtige Reihenfolge der Bauteile, sendet diesen  Bauplan an einen anderen vorher angewählten Beamomaten und dort setzt der "Empänger-Beamomat" kleine Energiebauteile in der (hoffentlich) richtigen Reihenfolge wieder zusammen. Wie bei Lego. Und als Service-Zusatzleistung erhält der Gebeamte beim Verlassen des Beamomaten eine DVD mit seinem eigenen Bauplan drauf. Falls mal was schief geht. Oder man mal einen Unfall hat und ein Bein verliert oder so. Dann steckt man die DVD in einen Beamomaten in der Nähe und - schwups - kommt man wieder so raus, wie zum Zeitpunkt der "Aufnahme". Gut, dann gibt es den Menschen zwar zweimal. Aber das kann man ja technisch regeln. "Neu nur, wenn alt gegen neu" - oder so ähnlich. Überhaupt ist altern und Krankheit nach Einführung der Beamomaten kein Thema mehr. Man legt sich einfach ein kleine DVD-Bibliothek mit verschiedenen "Wiederherstellungszeitpunkten" an und kann sich jederzeit zu jedem beliebigen "Alter" zurück beamen. Natürlich immer nur gegen Auslöschung des momentanen Egos. Aber das sollte uns das "Für immer jung" wert sein. Damit fällt die ganze Medizin und Altenpflege auch vom Arbeitsmarkt weg. Regeln müsste man auf jeden Fall auch, ob es legal ist, sich bei Notwendigkeit eine "Arbeitskopie" von der Sicherungskopie zu ziehen. Für den eigenen Hausbau zum Beispiel. Nach Abschluss aller Planungen verhundertfacht man sich.

Alle Beamklone haben ja dann den absolut gleichen Kenntnissstand und sind wirklich motiviert. Jede Arbeitskopie kennt alle Planungsdetails und möchte auch möglichst schnell einziehen. Und - schwups - ist das Haus in zwei oder drei Wochen fertig. Es müsste dann nur noch geklärt werden, was mit den 99 nun überflüssigen Arbeitskopien des Originals passiert... (Wobei der Begriff "Original" ab Einführung des Beamomaten eh obsolet wird).
Auch Krieg ist eigentlich nach Einführung des Beamomaten hinfällig. Weil es einfach nur ein Frage der Anzahl der Beamomaten ist, wer die größere Armee und mehr Panzer hat. Also kann man solche Unterfangen gleich sein lassen.
Keine Autoindustrie, kein Schiffbau, kein Bergbau, keine Flugzeuge, keine Hotelanlagen, kaum noch Medizin und alles junge und gesunde Menschen... Jedoch quasi alle arbeitslos. Denn selbst die Nahrungsmittelindustrie gäbe es nicht mehr. Denn auch Fleisch, Fisch und Gemüse aller Art kann man durch die Beamomaten senden und wie beim Kopierer im Büro einfach die Anzahl der Kopien angeben. Man erwirbt einmal einen Satz "Grundnahrungsmittel" und vervielfältigt diesen einfach unendlich. Klamotten und Schuhe gibt es auch im Überfluß. Deswegen sind alle arbeitslos und hängen zwar jung und gesund aber doch nur irgendwie den ganzen Tag in der Weltgeschichte rum. Da bricht unser ganzes Sozial-, Finanz- und Wirtschaftsystem zusammen. Chaos und Anarchie drohen. Am Ende ist nicht nur die gesamte Menschheit gefährdet, sondern das Leben auf dem Planeten Erde insgesamt. Denn so wie sich heute jeder jederzeit einen Bombenbauplan aus dem Internet ziehen kann, kann sich dann schließlich jeder jederzeit alle nur erdenklichen Waffen, Viren und Chemikalien irgendwoher beamen. Das wäre dann das endgültige Ende. Und das ist der Grund, warum es den Beamomaten niemals geben darf. Obwohl er vielleicht schon längt technisch machbar und erfunden ist!

Musik und Clips sind cool!




Wer 'ne gute Verbindung hat, kann auch auf HD (rechts unten) schalten. Lohnt sich!

Viel Spaß